Flugunfall / Flughaftungsrecht

Bei internationalen Flügen hat gemäß Art. 17 des Montrealer Übereinkommen (MÜ) ein “Luftfrachtführer”  den Schaden zu ersetzen, der dadurch entsteht, dass ein Reisender getötet oder körperlich verletzt wird, wenn sich der Flugunfall, durch den der Tod oder die Körperverletzung verursacht wurde, an Bord des Luftfahrzeugs oder beim Ein- oder Aussteigen ereignet hat  und es sich um ein luftfahrttypisches Risiko gehandelt hat.

Nicht nur ein Flugzeugabsturz ist dabei als ein Flugunfall anzusehen. Auch wenn ein Fluggast während einer Fluges an Bord eines Luftfahrzeuges durch ein andere Ereignisse, wie

  • Turbulenzen,
  • Verbrühen mit heißem Kaffee beim Getränkeservice oder
  • durch giftige Dämpfe in der Kabinenluft

körperlich verletzt oder getötet wird, ist ein Flugunfall anzunehmen.

Bei Personenschäden kann sich der Luftfrachtführer nur in engen Grenzen überhaupt entlasten und haftet nicht der Höhe begrenzt, sondern für den Schaden, der tatsächlich entstanden ist un nachgeweisen werden kann.

Bei internationalen Flügen, die dem Montrealer Übereinkommen (MÜ) unterliegen, muss eine Klage auf Schadensersatz wegen Tod oder Körperverletzung gemäß Art. 35 MÜ innerhalb einer Ausschlussfrist von 2 Jahren erhoben werden.

Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem das Luftfahrzeug am Bestimmungsort angekommen ist oder an dem es hätte ankommen sollen oder an dem die Beförderung abgebrochen worden ist.

Diese Frist ist eine Ausschlussfrist; wird sie versäumt, können keine Schadensersatzansprüche aus dem Montrealer Übereinkommen mehr geltend gemacht werden.

In Österreich ist für rein nationale Flüge die Haftung für Flugunfälle in den §§ 146 ff Luftfahrtgesetz (LFG) geregelt.

News / Urteile

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EuGH zu Treibstoff auf der Landebahn

| Flugrecht | Keine Kommentare

Das Vorhandensein von Treibstoff auf einer Flughafenrollbahn, das zu deren Schließung und folglich zur erheblichen Abflug- oder Ankunftsverspätung auf diesem Flughafen geführt hatte, fällt unter den Begriff „außergewöhnliche Umstände“ im Sinne dieser Bestimmung, wenn der fragliche Treibstoff nicht von einem Flugzeug des Luftfahrtunternehmens stammt, das diesen Flug durchgeführt hat. EuGH…

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Kleine Schraube auf der Landebahn – grosse Wirkung?

| Blog, Flugrecht | Keine Kommentare

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass ein Reifenplatzer aufgrund einer auf der Landebahn befindlichen Schraube keinen aussergewöhnlichen Umstand darstellt, der eine Airline von der Verpflichtung zur Zahlung einer Ausgleichsleistung im Falle einer Flugverspätung befreien kann. Die Airline muss aber Nachweisen, dass diese alle Anstrengungen unternommen hat, um eine Verspätung…

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Pilotenstreik KEIN aussergewöhnlicher Umstand

| Blog, Flugrecht | Keine Kommentare

Wir waren für unsere Mandanten wieder einmal in höchster Instanz erfolgreich. Das Landesgericht Korneuburg hat entschieden, dass der Streik der eigenen AirFrance Piloten kein aussergewöhnlicher Umstand ist. Damit erhalten unsere Mandanten auch eine Entschädigung im Streikfalle. Das Landesgericht Korneuburg entscheidet damit ganz im Sinne des EUGH in der Angelegenheit Tuifly….

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Ein Bombiger Urlaub der keiner wurde

| Blog, Flugrecht | Keine Kommentare

In der Regel ist die Urlaubsfreude gross! Die Vorfreude auf einen “bombigen Urlaub” war dann doch zu gross. Eine Airline ließ einen Passagier am Flughafen zurück, weil dieser beim Check-In in seiner Ausdrucksweise doch zu überschwänglich war. Zu Unrecht, wie das Amtsgericht Düsseldorf nun entschied. Eine Airline hatte den Passagier…

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